Zurück zu dir!

Zurück zu dir!

Aus dem Überlebensmodus zurück ins Leben

Transkript

Zurück zur Episode

Henriette: Hallihallo und herzlich willkommen hier zurück bei mir im Podcast zurück zu dir. Schön, dass Du eingeschaltet hast zu diesem für mich so so so wichtigen Thema, denn ganz viele Eltern kommen zu mir und sagen, Henriette, wenn mein Kind mich zum Spielen auffordert, da zieht sich in mir ganz oft alles zusammen. Oder aber es kommt son Kommentar, ja, ich spiel dann irgendwie mit, aber eigentlich bin ich in Gedanken ganz woanders. Oder ich find die Spiele total langweilig oder mich nervt das total, dass das Kind mir sagt, was ich spielen soll. Oder aber ich hab so viel im Kopf, ich hab einfach keinen Nerv, jetzt auch noch zu spielen. Das ist irgendwie wie noch sone Aufgabe extra. Ganz, ganz, ganz viel ist da in uns los, wenn das Kind uns zum Spielen auffordert. Wir alle wissen, spielen ist superwichtig, spielen ist toll, spielen ist eigentlich die schönste Sache der Welt.

Henriette: Wir lernen durchs Spielen, kommen wir gleich noch drauf zu sprechen auf ein paar Punkte, brauch ich gar nicht zu sagen. Aber heute mag ich hinschauen, was sind die Ursachen da für, dass dir vielleicht das Spielen mit deinem Kind schwerfällt oder Du nicht so richtig dabei sein kannst und Du eben nicht so im Flow bist, wie Du's dir vielleicht gerne wünschst. Vielleicht gibt es auch besondere Spiele, die Du gerne magst und andere so gar nicht. Das heißt, heute hab ich mir wirklich alle Ursachen, die mir eingefallen sind, herausgesucht, ein bisschen sortiert und strukturiert und auch geschaut, was macht das mit uns, wenn das Kind mit uns spielen möchte und wir nicht wollen? Was passiert da in uns? Was hat das vielleicht mit unserer eigenen Kindheit zu tun? Was hat das mit unseren Glaubenssätzen zu tun? Was hat das mit unserem Stresspegel und unserem Nervensystem zu tun? Du weißt, bei mir hier geht's immer ums Nervensystem auch ein bisschen. Ja, was hat das mit alten Emotionen zu tun? Und wir gehen wirklich tief. Es sind viele, viele Faktoren, die ich gesammelt habe und am Ende gibt es natürlich wie immer die praktischen Tipps, Umsetzungstipps, wie Du vielleicht zurück zu dir finden kannst und ins Spiel finden kannst. Und vorweg möchte ich dir einfach sagen, es ist nichts Schlimmes an dir. Du bist da nicht dran schuld und Du solltest dich dafür auch nicht schämen.

Henriette: Aber ich weiß selber aus eigener Erfahrung, wie unangenehm das sein kann, denn wir wollen ja alle die perfekten Eltern sein, bedürfnisorientiert, bindungsorientiert, wie auch immer. Wir wissen, das Spiel ist super wichtig und wir würden so gerne die Mama oder der Papa sein, die einfach gerne spielen mit den Kindern. Und wir wissen, dass das Spiel für die Kinder einfach auch superwichtig ist. Umso schmerzvoller ist es, wenn wir merken, ich komm nicht ins Spiel rein. Lass uns also starten. Ich selber habe für mich festgestellt und das war ein 1 Erkenntnis, als ich so ins Überlegen kam, warum spiel ich mit meinen Kindern nicht gerne? Oder es fällt mir schwer, gewisse Spiele zu spielen. Also so Rollenspiele sind mir immer schwer gefallen, so mit Legomännchen zu spielen und dann irgendwelche Stimmen zu machen, kommandiert zu werden. Also grade Machtumkehrspiele waren für mich immer sehr, sehr schwierig, wenn ich als Mutter die Macht abgeben sollte.

Henriette: Kurioserweise bin ich aber Lehrerin, vor allen Dingen in der Grundschule aktiv gewesen und auch Theaterpädagogin. Und mir hat es Freude bereitet, auf der Bühne zu stehen. Und genauso auch in der Schulklasse, vor den Kindern in der Schule hatte ich keine Probleme, da irgendwie den Affen zu spielen oder die lustigsten Dinge mir zu überlegen, damit die Kinder 'n bisschen Spaß haben und der Unterricht aufgelockert wird. Und das hat mir zu denken gegeben. Da hab ich überlegt, wie kann das sein, dass ich mit fremden Kindern, also in der Schule oder eben auch auf der Bühne als Theater, als Schauspielerin oder als Theaterpädagogin mich wirklich ja total albern darstellen kann, lache, die kuriosesten Dinge machen machen kann. Und aber mit den eigenen Kindern ist das wie sone Blockade. Also alleine die Handpuppe in die Hand zu nehmen und mit meinen eigenen Kindern so mit der Handpuppe zu spielen, wie ich das mit meinen Schulkindern gemacht habe. Das war sehr schmerzhaft für mich.

Henriette: Da hab ich mich immer gefragt, wie kann das sein? Wie kann das sein? Und ich habe das, ja, ich habe da sehr viel Schuld und auch Scham gespürt, weil ich's natürlich gerne anders gehabt hätte, weil ich gedacht hab, wie kann es sein, dass ich den Schulkindern all das ja schenke sozusagen an spielerischen Impulsen und mit meinen eigenen Kindern schaff ich das nicht. Und die Handpuppe liegt hier im Schrank, die in der Schule jeden Tag gespielt wurde und hier zu Hause nicht. Lass uns einmal drauf schauen, was wir für Ursachen kennen. Und vorher mag ich dir noch ein bisschen was zum Spielen erzählen, wie wichtig das Spiel eigentlich ist. Gerade noch mal so kurz Zusammenfassung. Spiel ist ein biologisches Bedürfnis, auch bei uns Erwachsenen. Echtes Spiel ist in der Regel freiwillig, selbst gewählt und ohne Zielen. Kreativität und das Wahr Selbst entstehen im Spiel bei Kindern wie auch bei uns Erwachsenen.

Henriette: Also dieses wirklich wir sein dürfen, nur ich sein dürfen. Wir wissen, dass Spielen unglaublich wichtig zum Lernen, zur geistigen emotionalen, auch physischen Entwicklung. Und Spielen ist 1 unserer angeborenen, ja, Grundsysteme sozusagen. Also alle Kinder spielen, egal ob Tierkinder, Menschenkinder. Das ist ein Urinstinkt sozusagen. Spielen kann nur in einem sicheren Rahmen stattfinden. Also in Tierversuchen wurde zum Beispiel auch festgestellt, wenn Tiere unter Stress stehen, dann spielen sie nicht mehr. Genauso ist das bei uns auch.

Henriette: Und denk mal an uns Eltern auch, wenn wir spielen wollen und wir sind super gestresst, Mental Load, sag ich nur als Stichwort Emotional Load, dann ist spielen für uns ganz, ganz schwierig. Komme ich auch später noch drauf. Wenn wir auf dieses Nervensystem schauen, Spiel braucht ein Gefühl von Sicherheit, habe ich gerade schon gesagt, ne. Es ist eine Aktivierung, aber ohne Angst. Und bei Thema Trauma auch bei mir immer wieder eine Rolle spielt, traumatisierte Menschen verlieren oft diese Spontanität und Verspieltheit. Wir passen uns an, unsere Bindung zu sichern und die Verspieltheit ist ganz oft das, was wir zuerst aufgeben, angepasst zu sein. Wenn wir zum Awakening schauen, dann wissen wir, dass Spielen, lachen ganz doll Entspannen zum Abbau von Stress ist und auch dazu dient, Gefühle zu verarbeiten, also auch ein ganz wichtiger therapeutischer Prozess sein kann. Lass uns jetzt einmal schauen auf die Gründe und Ursachen, warum uns das Spielen schwerfällt, warum wir nicht gerne spielen, warum es uns vielleicht ja langweilig ist dabei, warum wir uns nicht konzentrieren können, nicht drauf einlassen können.

Henriette: Schauen wir zuerst einmal auf deine Kindheit und hier mag ich dir eine kleine Frage stellen. Du darfst gerne mal die Augen schließen, ganz spontan aus dem Bauch heraus antworten für dich selber, kannst du dich daran erinnern, dass deine Eltern mit dir gespielt haben und was haben sie mit dir gespielt? Ganz kurz kannst auch pausieren und ein bisschen überlegen, wenn du magst. Dann die Frage, welches sind deine frühesten Erinnerungen ans Spielen, also deine frühesten Kindheitsspiele? An was kannst Du dich da erinnern? Auch hier wieder Pause drücken gerne, wenn du magst. Und dann die Frage, was hat Spiel für eine Bedeutung in deiner Kindheit gehabt? Und diese 3 Fragen kannst Du dir gerne mal zu Herzen nehmen. Du kannst auch gern dazu mal schreiben, das aufschreiben. Das kann sehr, sehr, sehr erkenntnisreich sein. Schau auch mal, wie die Atmosphäre bei dir früher war. Na, also oftmals wurde unser Spielen vielleicht auch wegerzogen.

Henriette: Also ich kenne aus meiner Familie sehr gut den Satz, sei doch nicht so albern. Und der fiel jetzt auch oft mit meinen Kindern oder vor meinen Kindern und da ist mir das erst so bewusst geworden. Also dieses laut sein, albern sein war einfach nicht erwünscht. Und das ist ja eine Grundvoraussetzung fürs Spielen, dass man beim Spielen auch mal albern, laut und blöd irgendwie sein darf, ne, oder so rumblöd darf. Das heißt, wenn daraus eine Anpassung wird, eine Leistungsorientierung, man muss ordentlich sein, man muss vernünftig sein, muss ernsthaft sein, man muss sich kontrollieren, dann verliert das Spiel natürlich seinen Spielcharakter und verliert sich vielleicht sogar komplett. Vielleicht waren die Erwachsenen auch wenig spielerisch unterwegs. Wie gesagt, bei solchen Kommentaren, ne, kann man davon ausgehen, dass die Eltern selber nie spielen durften. Ich sag nur Kriegsgeneration.

Henriette: Bei mir war das einfach meine Eltern absolute Kriegskinder und da gab es andere Sorgen. Da war, glaube ich, nicht so viel freies, entspanntes Spielen möglich, schon gar nicht mit den eigenen Eltern, vielleicht eher unter den Kindern, könnt ihr mir vorstellen. Das 2. Ist, was mir aufgefallen ist, dieses Rollenverständnis. Ich hab's grad schon gesagt, als Theaterlehrerin, als Lehrerin auf der Bühne habe ich kein Thema damit albern zu sein und bei den eigenen Kindern fiel es mir schwer. Die Elternrolle verlangt für viele von uns eine unausgesprochene Kontrolle und Autorität, also dass wir Erwachsenen spielen können, solang wir nicht gleichzeitig die Elternrolle verkörpern müssen, weil wir wahrscheinlich auch, die sind wir wieder bei Glaubenssätzen, Eltern gleich Autorität gleichsetzen oder vielleicht auch Stränge oder ja eben Kontrolle, den Überblick behalten. Ne, da gehört so was ganz viel mit rein. Das heißt, vor deinem Kind müsstest du diese Elternrolle abgeben und das kann ganz vielen Eltern schwerfallen.

Henriette: Das ist dann auf einmal die Grenzen verwischen. Ich werde auf einmal zum Kind und ich werde auf einmal zum albernen Menschen und bin dann nicht mehr diese Autoritätsperson, die ich eigentlich sonst bin. Das kann zu, ja, zu Unsicherheit führen bei uns Eltern. Das heißt, wenn ich mich auf den Boden werfe, Quatsch mache, Grimassen schneide, vielleicht irgendwelche Machtum... Machtumkehrspiele Spiele, wo das Kind mal ganz stark sein darf und ich mich ergeben soll oder ganz schwach umfallen soll oder jammern soll, also wirklich mal so komplett die Kontrolle abzugeben, das kann für ganz, ganz viele schwierig sein, weil dann vielleicht so die Frage kommt, bin ich dann überhaupt noch die Erwachsene? Nimmt mich mein Kind da noch ernst? Darf ich mich überhaupt so ausliefern? Vielleicht auch so die Frage, ja was, wenn es denn immer mehr will, wenn es dann den Respekt vor mir verliert, ne? Das heißt, das könnte eine Rolle spielen. Da kannst Du jetzt einfach bei jedem Punkt bei dir selber mal schauen, trifft es zu oder trifft es nicht zu? Viele haben Schwierigkeiten damit, gerade wenn wir beim Thema Machtumkehrspiele sind, auch so dieses Spiel zu akzeptieren, wo das Kind sagt, Mama, Du bist jetzt der Affe und Du musst jetzt sagen Hilfe, ich kann nicht mehr, ne. Und dann sollst Du das genauso nachsprechen und dann korrigiert dich das Kind womöglich auch noch und sagt, nein Mama, das ist total falsch. Du musst es anders machen.

Henriette: Das geht so nicht. Und vielleicht rutscht Du dann auch selber wieder in sone eigene Kindrolle, die Du früher warst und vielleicht kennst Du diese Kritik aus anderen Erfahrungen in deiner Kindheit und dann triggert dich da etwas an, ne. Dann wirst Du auf einmal zum Kind gemacht von deinem Kind und diese Hierarchie, die vorher vielleicht bestanden hat, die kippt auf einmal, ne. Und das ist für unsere Kinder superwichtig, da kannst Du gern beim Aware Parenting mal schauen, ne, dass wirklich die die Kinder in die Macht kommen, weil sie ja schon den ganzen Tag eigentlich in der Ohnmacht leben, weil sie von allen Seiten immer wieder gesagt bekommen, was sie tun und lassen sollten. Das heißt, diese Machtumkehrspiele sorgen für ganz viel Entspannung, Spaß und vor allen Dingen Entlastung von Stress. Sie sind super super wichtig und gleichzeitig können sie in uns sehr, sehr viel triggern. Und wenn Du das bei dir nicht auflöst, dann wird es nach wie vor schwierig bleiben für dich. Ja, das heißt dieses, ich muss die Kontrolle behalten.

Henriette: Ich muss diese Autorität behalten. Ich muss in dieser Hierarchie bleiben. Das kann sich jetzt nicht umkehren. Das ist ganz, ganz wichtig. Schau da gerne hin. Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema, dem Nervensystem. Nur ein ausbalanciertes Nervensystem kann spielen. Das muss nicht ein Nervensystem sein, was tiefenentspannt ist, aber es muss ein Nervensystem sein, was so bisschen grün Bereich ist, sag ich mal.

Henriette: Okay, wenn du schon auf gelb oder dunkelorange bist, dann wird dir das Spielen logischerweise schwerfallen. Wenn wir gestresst sind, können wir nicht spielen, auch wenn es uns wunderbar helfen würde, aus dem Stress herauszukommen. Wenn das wenn das Kind es schafft, dich zu überreden zum Spielen, könnte es sein, dass eine Kissenschlacht bei dir auf einmal auch vielleicht Wut ja lösen kann in dir ne oder eine Anspannung lösen kann. Versuch es auf jeden Fall, aber erst dann, wenn wir wirklich aus einem entspannteren ausbalancierten Zustand heraus ins Spiel gehen, können wir wirklich spielen. Erschöpfung macht das Spiel schwerer. Logisch. Wenn wir erschöpft sind, wenn wir ausgebrannt sind, wenn wir müde sind, können wir schlecht spielen. Da fehlt uns einfach die Energie dafür.

Henriette: Denn wie gesagt, fürs Spielen braucht man eine gewisse Aktivierung, eine gewisse Energie. Spiel braucht auch Flexibilität, Aufmerksamkeit, Neugier, Impulskontrolle, Kreativität und eben dieses große Gefühl von Sicherheit. Nur wenn wir uns sicher fühlen können, können wir spielen. Das gilt für unsere Kinder wie auch für uns. Und jetzt schau einmal, wenn Du irgendwie den ganzen Tag herum rüdelst und deine To do Liste abarbeitest oder von der Arbeit kommst und dann holst Du dein Kind vom Kindergarten oder von der Schule ab und es fordert sich zum Spielen auf und Du bist eigentlich ganz woanders mit deinem Kopf. Dein Nervensystem ist eigentlich völlig in der Übererregung oder in der Unterregung. Vielleicht Du würdest am liebsten dich zurückziehen, hättest am liebsten gern deine Ruhe und dann ist das eben super super schwierig auf dieses Mama spiel doch mal mit mir zu reagieren. Das heißt, in dem Moment würde ich dir dringend empfehlen, wir kommen nachher noch 'n bisschen auf die Tipps zu sprechen, aber ich sag's jetzt schon mal an der Stelle, dass Du vorher bei dir schaust und guckst, was tut mir jetzt gut? Wie kann ich meinen Tank erst mal auffüllen, mein Bedürfnistank, damit ich danach wieder ausschenken kann an mein Kind? Also erst mal für sich selber etwas nehmen, ne, bei sich ein bisschen aufräumen, zur Ruhe kommen, dann mit dem Kind danach im besten Fall spielen zu können.

Henriette: Also erst mal aus diesem Funktionsmodus herauszufinden, damit wir überhaupt in den Spielmodus kommen können. Und ich hab eine Umfrage gemacht, jetzt auch in meinen in meiner Whatsapp und meiner Signalgruppe, zu der Du herzlich eingeladen bist. Du findest den Link in den Shownotes. Komm da gerne sehr gern dazu. Kostet dich nix, kann's rein und wieder raus, wenn Du möchtest. Dort findest Du alle ankündigen, alles alles, was bei mir passiert. Und dort war tatsächlich der größte Grund, Erschöpfung hindert mich daran zu spielen. Also das war wirklich, die die meisten haben da abgestimmt, wenn ich erschöpft bin, wenn ich müde bin, dann kann ich einfach nicht spielen, dann ist mir alles zu viel.

Henriette: Und deswegen, da sind wir wieder beim Nervensystem, ne. Wie wichtig ist es, dass wir lernen, unser Nervensystem in die Balance zu bringen, damit wir eben für die Kinder da sein können, nicht nur für die Kinder, sondern vor allen Dingen in erster Linie erst mal für uns da sein. Okay? Nächster Punkt, Scham, Emotionen sind damit verbunden. Glaubenssätze. Viele, viele von uns verbinden das mit 1 großen Scham. Albern sein macht verletzlich. Ich zeige mich verletzlich. Ich lege alle Masken ab, denn sobald wir spielen, werden wir ja ein bisschen zu uns selbst.

Henriette: Und mit den Masken kann man schlecht spielen. Das heißt, ich muss meine Erwachsenenmaske ablegen und darf ein bisschen zum Kind werden. Und das kann schwierig sein, vor allen Dingen dann, wenn ich ein sehr angepasstes Kind war. Dann kommt vielleicht auch so diese Frage, was passiert, wenn mein Kind mich jetzt so sieht, so albern und so kindlich und da bin ich nicht mehr Mama, Papa, hatten wir eben auch grade schon, ne? Das heißt, ganz oft ist es vielleicht wirklich nicht, dass wir lernen müssen zu spielen, sondern überhaupt lernen dürfen, unsere Masken abzulegen, ja? Und jetzt sind wir bei diesen Glaubenssätzen, wenn ich dir jetzt son paar sage, es gibt ganz, ganz viele. Ich könnte da jetzt, glaube ich, hunderte von Glaubenssätzen sagen, aber ich hab's mal son bisschen geclustert zu verschiedenen Gruppen. Und vielleicht kannst Du das mal schauen, was für dich am ehesten zutrifft. Und da merkst Du, wie viel das mit unserer eigenen Kindheit zu tun hat, wie wir aufgewachsen sind. Das 1.

Henriette: Autorität und Kontrolle hatte ich grade eben schon. Also ich muss hier die Erwachsene sein. Ich muss ernst genommen werden. Kinder müssen mich doch respektieren. Wenn ich albern bin, verliere ich an Autorität. Ich muss hier die Kontrolle behalten. Ich darf meinem Kind nicht zu sehr die Macht geben und wenn ich die Führung abgebe, läuft vielleicht alles aus dem Ruder. Dann ist hier Chaos, also Führung, Kontrolle, Autorität, so dieser Glaubenssatzkomplex.

Henriette: Dann der Punkt, ich muss doch ernst sein oder seriös sein und ich schäme mich, wenn ich albern bin. Also da kommt dieser Satz her, ne, sei doch nicht zu albern oder reiß dich zusammen, sei nicht so laut, sei nicht so wild. Geh dir hier nicht so rum, ne, sag mal 'n bisschen vernünftig. Das heißt, sei nicht so kindisch. All das, was wir früher vielleicht gehört haben, klingt jetzt in uns nach, ich muss mich zusammenreißen, ich darf nicht kindisch sein, so benimmt man sich doch nicht als Erwachsener, ich muss vernünftig sein, ne, also das kann damit reinspielen. Dann gibt es auch diesen Cluster Leistung funktionieren. Also viele Eltern, vielen Eltern fällt es schwer, sich wirklich so da so drauf einzulassen ins Spielen, in dieses Hier und Jetzt, so dieses zeitlose, so dieses einfach sinn- und zwecklose Spielen auch, weil dann kommt ganz schnell so, ich muss noch dies machen, ich muss noch jenes machen, ich muss funktionieren, ich muss leisten. Spielen ist Zeitverschwendung, ist auch son Glaubenssatz, der bei vielen in den Köpfen ist.

Henriette: Oder ich muss meinem Kind doch etwas beibringen, ich kann doch jetzt nicht spielen oder ich bin nicht hier, Spaß zu haben. Ich bin hier, mein Kind hinzu erziehen. Ich muss als Mutter etwas leisten. Ich kann hier nicht einfach nur rumalbern. Ich hab was Wichtigeres zu tun. Ja, ich glaube, das ist auch ein Begriff oder einen Satz, den wir oft gehört haben als Kinder. Und dann wiederum gibt es die andere Seite, dass wir vielleicht auch Glaubenssätze haben, die sich eher auf uns als Mütter oder Väter beziehen, also als die guten Eltern. Also Glaubenssätze, die nicht unbedingt das Spiel verhindern, aber wo wir merken, die machen uns Stress.

Henriette: Also dieses, oh, eine gute Mutter muss doch mit ihrem Kind spielen. Ich muss doch jetzt mit meinem Kind spielen. Ich muss doch jetzt für mein Kind verfügbar sein und alle reden von Bindungen. Wenn ich jetzt mit meinem Kind nicht spiele, dann bricht vor allen dann bricht vielleicht die Bindung oder reißt die Bindung. Die Bedürfnisse meines Kindes sind wichtiger als meine. Da kommt so dieser ganze Glaubenssatzkomplex mit rein, wo wir uns als Mütter, als Väter ja in diesen Perfektionsdruck katapultieren, was auch wieder aus dem People Pleasing heraus entstanden ist, vermutlich in unserer Kindheit dieses angepasst zu sein, Funktionieren, die Gute, die Liebe, die Prave, die fleißige zu sein. Und jetzt mag ich dich einmal fragen, was würde denn passieren? Und ich stell dir das einfach jetzt mal vor, diese Frage beantworte sie für dich. Was würde passieren, wenn Du mal für einen Moment deine Kontrolle abgeben würdest, dich lächerlich machen würdest, deinem Kind die Führung überlassen würdest und einfach nur spielen würdest? Klingt das für dich total fremd abwegig? Kommen da gleich ganz viele, oh Gott, aber wie? Geht doch nicht, kann ich nicht.

Henriette: Oder vielleicht, boah, wie schön wäre das? Ja, wie schön wäre das eigentlich? Und was kommt dann vielleicht aber auch für ein Gedanke, der dahinter liegt? Ich darf mich doch aber nicht so zeigen. Ach, ich müsste doch eigentlich, aber ich kann irgendwie nicht. Ich wäre so gern, aber ich kann nicht. Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass Du da hinschaust, was da wirklich dahinter steckt. Und jetzt kommen wir zu den praktischen Tipps, die mag ich dir gerne mitgeben. Zuerst einmal finde ich es ganz wichtig, dass Du mit 1 Haltung der Neugier rangehst und dich nicht gleich dafür bewertest, also nicht gleich wieder abwertest, ich kann das nicht, ich bin zu blöd zum Spielen oder ich bin zu traumatisiert oder was auch immer, sondern dass Du dir erst mal überlegst, okay, was passiert eigentlich in mir, wenn mein Kind mit mir spielen möchte oder wenn ich vielleicht gerne spielen möchte, aber das irgendwie nicht schaffe. Also wenn ich weiß, Bindungsspiele sind super, Bindungsspiele möchte ich eigentlich machen und ich ich kenn sie alle, ich hab das gehört, ich weiß wie toll die sind und ich will's jetzt mal versuchen und dann merke ich so nee geht nicht klappt nicht ah sträubt sich alles in mir dann sehen zu schauen warum und was sträubt sich da in dir was denkst Du was sind die ersten Gedanken die kommen Es ist mir alles zu viel, das ist mir zu laut, das ist mir zu wild. Ich kann das nicht, ich kann nicht so albern sein.

Henriette: Ich find es langweilig, ich find das blöd und ich will nicht rumkommandiert werden. Da bitte mal drauf schauen und am besten aufschreiben, aufschreiben oder laut aussprechen und merken. Ja, also wirklich das einmal wirklich ins Bewusstsein holen. Und dann versuch doch mal, das einfach mal anzunehmen, ohne zu werten und dann vielleicht mal den kleinsten Schritt zu versuchen, ins Spiel zu finden. Das muss ja noch nicht gleich 'n Rollenspiel sein und ganz ehrlich, ich finde auch nicht, dass alle Eltern alle Spiele machen müssen, die die Kinder spielen wollen. Also ich finde, wir haben als Eltern auch das Recht zu sagen, also weißt Du, ich spiel total gerne das und das und das. Wir können hier gern durch den Garten rennen und Fangen spielen oder Verstecken spielen. Da bin ich super dabei, aber diese Lego Spiele mit den Legomännchen, das ist nicht so mein Ding.

Henriette: Vielleicht kannst Du das lieber mit deiner Freundin oder mit Papa oder so spielen. Ich finde, das ist völlig legitim. Nicht alles müssen wir einfach so hinnehmen und dulden, auch wenn das für das Kind natürlich schön wäre, aber ich finde, man kann auch sagen, hey, weißt Du, also Kissenlacht ist für mich super. Kissenschlacht finde ich total toll oder mit dir aufn Boden kämpfen oder so, ne. Also wir haben hier auch die Mama Spiele und die Papa Spiele gehabt. Das eine war für Papa und das andere war für Mama, ne. Papa war der Wilde, der hat gekämpft, der hat sich aufn Boden gerollt, der hat mit denen sämtliche brutalen Fangspiele gemacht Und ich war halt eher die die ruhigere Spielerin mit Geschichten und Co, ne. Und das ist auch völlig, völlig okay.

Henriette: Also vielleicht kannst Du erst mal schauen, wie ihr überhaupt in Körperkontakt kommen könnt. Vielleicht auch mal über eine Massage, vielleicht sone Pizzamassage irgendwie sowas einfach nur spielerisch anfangen, ohne dass Du gleich deine Maske ablegen musst, sag ich mal, ohne dass Du gleich so alles fallen lassen musst, sondern erst mal so, okay, ich bin jetzt der Pizzabäcker und back eine Pizza auf deinem Rücken. Das kann auch schon zu viel Gelächter führen und zu viel Spaß. Okay, also es muss nicht gleich das große Rollenspiel sein. Vielleicht auch was Kuscheliges, ne. Manchmal ist auch wünschen die Kinder sich, dass sie 'n bisschen gekitzelt werden. Bitte übertreib's nicht. Aber ne, manche Kinder finden das toll.

Henriette: Wäre eine Möglichkeit, ne. Vielleicht ist es auch einfach nur erst mal der Schritt, dass Du dein Kind beobachtest, dass Du dich einfach nur daneben setzt und einfach nur beobachtest, wie dein Kind überhaupt spielt oder wie es mit einem Freund, 1 Freundin spielt. Und Kinder spielen mit Kindern anders als mit uns Eltern, ne? Das merke ich immer wieder. Und das das einfach nur zu beobachten. Dann zu gucken, okay, welche Spiele magst Du denn wirklich? Also ist es Fang spielen oder verstecken spielen? Ist es das, was Du spielen kannst? Oder ist es vielleicht wirklich ja eine Geschichte dir überlegen, Geschichten erzählen? Was ist es für dich? Also da einfach mal gucken. Präsenz üben, nimm es als wichtige Achtsamkeitsübung, wirklich Handy weglegen, alle Elektronik ausstellen, richtig weit weglegen, wirklich zu sagen, hey, das ist jetzt für mich hier sone Achtsamkeitsübung, dass ich einfach mit meinem Kind mal 10 Minuten ganz entspannt und fokussiert spielen kann. Und in diesen 10 Minuten denke ich jetzt nicht an das nächste To do. Und jetzt noch fürs Nervensystem, das hab ich vorhin schon gesagt, versuch Du erst mal aus dem Funktionsmodus herauszukommen.

Henriette: Überleg dir 'n paar Mikropausen, findest Du alles in meinem Podcast, hör da gerne rein rund ums Nervensystem. Es gibt eine ganze, ganze Playlist findest Du bei mir im Podcast zum Nervensystem mit Übungen, mit Tipps und so weiter und so fort. Ich biete auch 'n ganzen Nervensystemskurs an, wenn Du magst, der startet im Januar oder Februar. Du kannst dich da schon auf die Warteliste setzen. Da gehen wir wirklich tief und schauen, wie können wir dein Nervensystem unterstützen, dabei wirklich in die Balance zu finden und wie gesagt, mehr in diese in diese Fähigkeit zu kommen, diese Kapazität zu entwickeln, dich auf das Spiel einlassen zu können. Okay? Das heißt, schau da erst mal, was ist es für dich, was dich überhaupt wieder in deine Kraft zurückbringt? Ist was zu atmen, spielen, lachen für dich, was jetzt nicht mit dem Kind zu tun hat? Ist es Singen, ist es Tanzen, ist es Yoga, ist es Bewegung, ist es einfach nur die Tasse Tee im Sessel? Ist es 'n Spaziergang durch die Natur? Was bringt dich zurück in Kontakt mit dir? Denn erst wenn Du mit dir wieder eingecheckt hast und Du wieder in Kontakt mit dir gekommen bist, kannst Du dich auf dein Kind einlassen. Das ist einfach so. Okay, das sind das ist Neurowissenschaft, da brauchen wir gar nicht drüber diskutieren.

Henriette: Okay, Du kannst nur in Verbindung gehen, wenn dein ventraler Vagusnerv wird's mal mit Fachworten bezeichnen, wenn der aktiviert ist, sonst geht das nicht. Das heißt zusammengefasst, wir brauchen Sicherheit, spielen zu können. Wir müssen in diesem Hier und Jetzt sein, spielen zu können. Wir dürfen unsere Masken fallen lassen. Wir dürfen aus dem Funktionsmodus rauskommen. Wir dürfen in Kontakt mit uns sein. Dann können wir ins Spiel kommen. Und dazu gehört es manchmal auch, dass wir weit zurückkommen in unsere Kindheit und schauen, was liegt da begraben, was es mir heute so schwer macht.

Henriette: Und wenn Du dazu Fragen hast, melde dich super gerne auf 'n kostenloses Klarheitsgespräch bei mir und wir schauen hin, ob ich dir helfen kann oder wie ich dir helfen kann, da wirklich ein bisschen aufzuräumen und diese Kloppern aus deinem Rucksack rauszuholen, die dir das Leben schwer machen. Diese dicken, fetten Glaubenssätze, die uns wirklich wie so Steine im Weg liegen. Und wenn wir die ausräumen, dann können wir wieder laufen und der Weg wird schöner, leichter und verspielter. Okay? Das heißt, ich hoffe, dir hat die Folge gefallen. Kommentiere super gerne, like sie bitte, leite sie weiter in deine Gruppen, teile sie in deinem Status, in deinen Gruppen, wo auch immer Du aktiv bist und lass sie anderen Eltern zukommen. Das würde mich super freuen, denn ich finde, es ist so ein wichtiges Thema. Deswegen ja, pass gut auf dich auf und vielleicht findest Du bald zurück ins Spielen. Das wünsche ich dir alles, alles Liebe.

Henriette: Bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

Ich bin Henriette Mathieu und helfe dir, deinen Weg aus Erschöpfung oder Mutter-Burnout zu finden.
Du lernst, dein Nervensystem zu regulieren, Eltern-Wut, Trigger und Glaubenssätze zu erkennen, um aus dem Überlebensmodus und People Pleasing herauszukommen.

Wir schauen auf dein Familiensystem und auf deine wichtigsten Beziehungen – früher und heute – und darauf, ob du überhaupt an deinem Platz stehst.
Solange wir unsere Muster aus der Kindheit nicht verstehen, geben wir sie weiter an unsere Kinder.

Ich bin zweifache Mutter und Bonusmutter, traumasensible Coachin und Heilpraktikerin für Psychotherapie i. A., Kongress-Speakerin und ehemalige Lehrerin.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, im Dauerstress zu funktionieren und sich zu fragen: „Was stimmt nicht mit mir?“

Die Antwort ist: Du bist goldrichtig.
Dein Nervensystem ist aus verschiedenen Gründen im Dauer-Alarm und braucht Hilfe.

In diesem Podcast teile ich meine Reise und das, was mir geholfen hat:

Eltern-Wut verstehen – warum du so reagierst, wie du reagierst

Trigger und ihre tiefen Ursachen

Nervensystem und Stressreaktionen

Mutter- und Eltern-Burnout

Emotionale Überforderung im Familienalltag

Wut, Rückzug und Schuldgefühle

Selbst-Regulation statt Selbstkontrolle

Und: was du deinem Kind heute nicht mehr weitergeben musst

Du musst es nicht mehr allen recht machen!

"Zurück zu dir" ist eine Einladung, aus dem Autopiloten auszusteigen und Schritt für Schritt wieder in deinem Leben anzukommen – ohne Perfektionsdruck, ohne Schuldgefühle.

Abonniere gerne den Podcast! Lass uns die Welt etwas friedlicher gestalten!

Mehr über mich:
https://henriettemathieu.com

von und mit Henriette Mathieu

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