Raus aus der Erschöpfung - zurück zu Energie und Gelassenheit
Die Frage heute lautet: Wer bin ich eigentlich ohne meine Muster? Was wird dann aus mir? Zerplatzt mein Ego, geht es kaputt? Was bleibt noch übrig, wenn ich mich verändere? Und damit verbunden ist diese große Frage: Werde ich überhaupt noch geliebt, wenn ich nicht mehr funktioniere?
Hallo und herzlich willkommen beim Podcast Leuchtturmmütter – dem Podcast, der dich und dein Leben in Bewegung bringt, mit viel Gefühl und Verstand. Mein Name ist Henriette Mathieu und ich freue mich riesig, dass du dabei bist. Lehn dich jetzt zurück, atme tief durch und entspann dich.
Der Podcast durchläuft gerade selbst einen großen Veränderungsprozess. Und auch für uns geht es heute um Veränderung – bei dir und bei mir. In dieser Folge schauen wir gemeinsam: Wer bin ich ohne meine Muster? Was passiert, wenn ich sie ablege und mich verändere? Werde ich dann noch geliebt? Diese wichtige Frage wurde mir von einer Hörerin in einem Einzelcoaching gestellt. Ich fand sie so bedeutsam, dass ich diese Folge widme, um die neue Ära des Podcasts einzuleiten.
Vielleicht fragst auch du dich: Was bleibt, wenn ich meine alten Muster loslasse? Zerbricht dann mein Ego? Was bleibt von mir übrig? Und die Angst: Werde ich dann noch geliebt, wenn ich nicht mehr funktioniere? Außerdem – warum komme ich trotz Erkenntnis nicht in die Umsetzung? Diese Fragen begegnen mir immer wieder: Ich habe es verstanden, aber ich kann es nicht umsetzen.
Ich glaube, dahinter steckt die Angst vor Veränderung. Was könnte passieren, wenn du dich tatsächlich veränderst? Und was kannst du tun, um den Prozess behutsam einzuleiten? Es geht nicht darum, über Nacht jemand völlig anderes zu werden. Es geht darum, alte Muster, die einst Schutzmechanismen waren, langsam loszulassen – denn als Erwachsene brauchen wir sie oft nicht mehr. Die spannende Frage ist: Wer wurde über all die Jahre hinter diesen Schutzmechanismen gar nicht gesehen? Wer bist du wirklich?
Ein Beispiel: Hildegard, eine Hörerin, erzählte mir, ihre Tochter sei sehr hibbelig und könne kaum stillsitzen. Sie spürte, dass dieses Verhalten von ihr selbst kommt, besonders seit sie wieder arbeitet. Hildegard ist eine sehr effiziente Angestellte, sie macht ihre Arbeit hervorragend, bekommt viel Wertschätzung und Lob dafür, wie gut sie funktioniert, wie schnell und erfolgreich sie ist.
Doch genau darin liegt das Dilemma: Sie wird für ihre Leistung geschätzt und geliebt. Was ist aber, wenn sie dieses Muster ablegt? Wird sie dann noch gemocht, wenn sie nicht mehr die gute Kollegin ist, wie alle sie erwarten?
Diese Angst ist berechtigt, denn Muster wie Funktionsfähigkeit, Schnelligkeit, Perfektion und das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse sind keine Charakterzüge, sondern Anpassungen – entstanden aus Schutzmechanismen unseres Nervensystems, vor allem aus der Kindheit. Das nennt man auch People-Pleasing: Man passt sich an, um geliebt und gesehen zu werden.
Doch wenn wir unsere Muster ablegen, verschwindet nicht unser Selbst – sondern genau dann wird unser wahres Selbst zum ersten Mal sichtbar und spürbar. Die spannende Entdeckungsreise beginnt: Was bleibt, wenn die Maske fällt? Wer bin ich wirklich, ohne die vielen Schutzstrategien und Überlebensmuster aus der Kindheit?
Hierbei geht es nicht um Funktionieren, sondern um Sein. Ich möchte nicht länger nur funktionieren, sondern einfach sein – so wie ich bin. Und das genügt. Ich muss niemandem gefallen, um da sein zu dürfen.
Die Frage, ob wir ohne Leistung noch geliebt werden, ist sehr verständlich. Frühe Prägungen laufen oft nach dem Muster: Wer leistet, wird geliebt. Wer sich anpasst, wird gesehen. Doch wenn wir uns das bewusst machen, erkennen wir: Geliebt wird nicht wirklich die Person, sondern die Funktion, die wir erfüllen. Das gilt vor allem für Menschen in helfenden Berufen, aber auch im privaten Umfeld.
Veränderung wird oft zunächst irritierend wahrgenommen, besonders wenn wir beginnen, Pausen einzufordern und unsere Bedürfnisse zu äußern. Das kann zunächst zu Widerstand führen. Deshalb ist es sinnvoll, Veränderungen langsam einzuführen und sich immer wieder zu fragen: Wer möchte ich wirklich sein? Was macht eine echte Beziehung aus? Muss eine echte Beziehung nicht auch Langsamkeit und Echtheit aushalten?
Die eigentliche Frage ist also: Wurde ich vorher wirklich gesehen oder wurde nur meine Funktion geschätzt?
Viele kommen trotz ihrer Erkenntnisse nicht in die Umsetzung. Der Wille ist da, aber das Nervensystem bremst. Das Gefühl von Unsicherheit führt dazu, dass Veränderungen sich bedrohlich, falsch oder leer anfühlen. Unser Körper möchte Sicherheit – erst dann kann Veränderung Schritt für Schritt passieren.
Mein Tipp: Beginne mit kleinen, sicheren Schritten. Kleine Mikropausen im Alltag, kurze Momente für dich – vielleicht zwei Minuten auf der Toilette durchatmen, dich umarmen, massieren oder strecken. All das gibt deinem Nervensystem das Signal: Veränderungen sind erlaubt und sicher.
Wer bist du ohne deine Muster? Du bist du selbst. Die Muster sind Masken, die du getragen hast. Wirst du dann noch geliebt? Frage dich: Wer wurde vorher geliebt – meine Muster oder ich? Muster loszulassen bedeutet keinen Persönlichkeitsverlust, sondern ist der Beginn, deine eigene Persönlichkeit zu leben.
Es ist ein neuer Zugang zu dir selbst – und für deine Kinder ist das sehr wichtig. Nur wenn du du selbst bist, können auch sie lernen, ihre Masken abzulegen und echt zu sein. Das ist das größte Geschenk, das du ihnen geben kannst.
Ich wünsche dir ein wundervolles neues Jahr und freue mich, dich weiter zu begleiten. Wenn du auch Interesse an einem Klarheitsgespräch hast, kannst du dich gerne melden – es ist kostenlos. Vielleicht beschäftigen dich dieselben Fragen – oder ganz andere. Ich danke dir, dass du zugehört hast. Mach es gut.